Der Gestiefelte Kater — Das Dyagnosis

von David Waschbüsch

Das Dyagnosis, die Geschichte des Gestiefelten Katers, dreimal neu erzählt, entfremdet sich auf allen Ebenen zusammen mit den Protagonisten bis zur völligen Dissoziation.

Das Dyagnosis; die Diagnose (griechisch διάγνωση, diágnose, wörtlich „die Durchforschung“ im Sinne von „Unterscheidung“, „Entscheidung“, aus δια-, dia-, „durch-“ und γνώση, gnóse, „die Erkenntnis“, „das Urteil“) ist in der Psychologie die genaue Zuordnung von Befunden, diagnostischen Zeichen oder Symptomen zu einem Krankheitsbegriff oder einer Symptomatik im Sinne eines Syndroms.

Im weiteren Sinn handelt es sich bei der Diagnose um die Klassifizierung von Phänomenen zu einer Kategorie und deren Interpretation, etwa denen der Gesundheit oder des Krankseins. Das Dyagnosis – ein Titel entnommen aus der letzten Version des Gestiefelten Katers in diesem Buch – untersucht genau auf diese Art und Weise das Wesen eines Grimmschen Märchens und seiner Protagonisten.

Entgegen der verbreiteten Interpretation, die Märchenbotschaft laute: Man kann sein Leben in die Hand nehmen und es zum Positiven verändern; interpretiert Der Gestiefelte Kater, Das Dyagnosis sprachlich und visuell das Märchen als das düstere Geschehen, dass es ist: Die schizophrene Abspaltung großer Teile der Psyche des Müllersohns in Form eines gestiefelten Katers. Einer Personifizierung, die fähig ist all jene unmenschlichen, tierischen Dinge für das Erreichen höchster materialistischer Ziele in einer kapitalistischen Ökonomie zu tun.


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